Eine Zertifizierung der an der Ausschreibung beteiligten Betriebe in NRW ist spätestens seit dem 1. April 2017 notwendig.

Da es in NRW immer häufiger "Stress" zwischen Vergabestellen, Beschaffern und Bietern gibt, habe ich kurz zusammengefasst, wo die Problematik liegt.

Viele Betriebsinhaberinnen, Betriebsinhaber und sonstige Verantwortliche sind fest überzeugt davon, dass eine Nachhaltigkeitszertifizierung eines Handwerkerbetriebes nicht notwendig sei, da 

  • es ein solches Gesetz, eine solche Verordnung angeblich gar nicht gibt,
  • falls es ein solches Gesetz,eine solche Verordnung gibt, diese dann auf keinen Fall für Handwerksbetriebe gilt, 
  • in den Leistungsbeschreibungen von Ausschreibungen häufig ein Zertifizierungsnachweis nicht erwähnt bzw. nicht gefordert wird, 
  • so er erwähnt bzw. gefordert wird, bei der Abgabe der Unterlagen das Vorhandensein einer - eigenen - Zertifizierung nicht überprüft wird.

Dies stimmt natürlich nicht!

Beweis 1
Gesetz über die Sicherung von Tariftreue und Sozialstandards sowie fairen Wettbewerb bei der Vergabe öffentlicher Aufträge (Tariftreue- und Vergabegesetz Nordrhein-Westfalen - TVgG NRW) vom 31. Januar 2017 - siehe hier

Beweis 2
Verordnung zur Durchführung des Tariftreue- und Vergabegesetzes Nordrhein-Westfalen (Verordnung Tariftreue- und Vergabegesetz Nordrhein-Westfalen - RVO TVgG NRW) vom 21. Februar 2017 - siehe hier

In § 3 Abs 2 dieser Verordnung steht:

Das in Holzprodukten (einschließlich Papier und Karton) verarbeitete Rohholz muss nachweislich aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Der Nachweis ist vom Bieter durch Vorlage eines Zertifikates des PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes), des FSC (Forest Stewardship Council) oder durch gleichwertige Siegel, Zertifikate oder Nachweise, wie technische Unterlagen des Herstellers oder Prüfberichte anerkannter Stellen, zu erbringen.

Unabhängig hiervon muss laut § 6 bei sensiblen Produkten wie Holz eine korrekte Nachweiserbrinung der Herkunft/Herstellung der Produkte durch den Bieter erfolgen. Hierbei sind anerkannte Zertifikate der beste Beweis. Zertifikate nach § 7 Absatz 1 Nummer 1 der Verordnung sind Gütezeichen, welche den Anforderungen nach § 34 Absatz 2 der Vergabeverordnung entsprechen - siehe hier. Hierzu zählt eindeutig das PEFC-Zertifikat/PEFC-Umweltsiegel.

Selbstverständlich muss die öffentliche Hand eine solche Zertifizierung bei jeder Ausschreibung berücksichtigen. Es muss aber nur der Gewinner der Ausschreibung die nach dem Tariftreue- und Vergabegesetz erforderlichen Nachweise und Erklärungen vorlegen - innerhalb von 5 Werktagen nach Gewinn der Ausschreibung.

Alle übrigen Bieter sind von der Vorlage des Zertifikates befreit, müssen aber bei Abgabe ihrer Unterlagen bestätigen, dass sie über eine solche Zertifizierung verfügen - siehe Info

Diese Vorgehensweise ist für die Beschaffer eine sehr gute und nachvollziehbare Arbeitserleichterung. Sie müssen nur ein Angebot zeitaufwendig auf Vollständigkeit prüfen: das Angebot des Gewinners der Ausschreibung.

Verfügt der Gewinner - trotz abgegebener Bestätigung bei der Abgabe seiner Unterlagen - nicht über eine entsprechende Zertifizierung, hat er aufgrund der falschen Bestätigung nun enorme Konsequenzen zu befürchten: Längerfristiger Ausschluß von allen Ausschreibungen, Vertragsstrafe, Schadenersatz gegenüber unterlegenen, zertifizierten Bietern.

Gerne gebe ich Ihnen telefonisch oder persönlich vor Ort weitere Auskünfte. Bitte melden Sie sich bei mir.

Bernd Bielen, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 01573 6552273

Publiziert in certinfo
Sonntag, 05 März 2017 08:51

Beschaffung Berlin

Aufgrund unserer Erfahrung und des exzellenten Netzwerkes sind wir häufig erster Ansprechpartner für Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber, welche sich nach den Standards des PEFC zertifizieren lassen möchten. Durch die Kooperation mit dem DIN CERTCO TÜV Rheinland gelangen die anfragenden Betriebe aller Branchen schnell, sicher und preiswert zum gewünschten Zertifikat. Die Zertifikate werden ausgestellt und laufend überwacht durch DIN CERTCO TÜV Rheinland.


Nicht nur die Stadt und das Land Berlin fordern von Handwerksbetrieben, welche sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen, einen klaren und lückenlosen Herkunftsnachweis darüber, dass die eingesetzten Hölzer und Holzprodukte tatsächlich und nachweislich aus legal und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen.

Einen eigenen Landeserlass haben beispielsweise Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern. Hinzu kommt der Holzerlass des Bundes. Dieser gilt für alle Bundesbauten – egal in welchem Bundesland.

Das ständig steigende Umweltbewusstsein in der gewerblichen Wirtschaft wie in der Privatwirtschaft führt zur weiteren erhöhten Nachfrage nach Holz und Holzprodukten aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Auf den Punkt gebracht: Bei entsprechenden öffentlichen Baumaßnahmen ist die lückenlose Nachweisführung der Holzproduktkette (Chain-of-Custody) durch die Bieter als endverarbeitende Betriebe (z.B. Schreiner, Tischler, GALA-Bauer, Zimmerer, Dachdecker) verpflichtend.

Das bedeutet, dass alle Betriebe innerhalb der Verarbeitungs- und Handelskette (engl. Chain of Custody) vom Wald bis zum Endverbraucher, welche ihre Ware als „zertifiziert" deklarieren wollen, ein eigenes Zertifikat besitzen müssen. Somit auch ein Handwerksbetrieb, als häufig letztes Glied in der Chain-of-Custody.

Auf der Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt finden Sie aktuelle Hinweise zur Beschaffungsregelung des Landes Berlin..

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